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Gute Nachricht für alle

Gute Nachricht für Alle, die auch  für ihre fortgeschritteneren Jahre noch gute Vorsätze haben und alte Muster verändern wollen: Jedem, der will, gehört der Erfolg! Mangelndes Talent als Ausrede hat ausgedient!

Der amerikanisch-schwedische Psychologe Anders Ericsson  vertritt in seinem neuesten Buch „Top. Die neue Wissenschaft vom bewussten Lernen“  die (nicht unumstrittene) These, dass Höchstleistungen von Künstlern, Sportlern und Wissenschaftlern, die wir normalerweise auf „Talent“ zurückführen, nichts Anderes sind als das Ergebnis von jahrelangem disziplinierten Üben. Ein gelungene Mischung aus ernsthaftem Interesse für ein bestimmtes Gebiet, der Wahl eines geeigneten Lehrers und fokussierter regelmässiger Praxis sind der Garant für herausragende Lebensleistungen. Unser Begriff von „Begabung“ sei eher ein Mythos als ein nachweisbarer genetischer Faktor. Dies belegt er mit ausgedehnten Forschungsreihen zum Thema, die er in verschiedenen Ländern und Kontinenten durchgeführt hat. Die Fähigkeit sich ein geeignetes Lernumfeld zu schaffen und die Konsequenz zur täglichen Übung seien dabei weit wichtiger als eine günstige natürliche Disposition oder gar das physische Alter.

doina-weberZufällig hatte ich erst vor wenigen Tagen ein äußerst spannendes Gespräch mit einem Arzt in Wien. Er hat sich auf die Behandlung von Schmerzpatienten spezialisiert. Das sind zum Beispiel Menschen, die schwere Unfälle hatten, und seither mit ständigem Schmerzgeschehen im Körper zu kämpfen haben,  oder auch Leistungssportler, die nach Überbelastung und permanenten Traumatisierungen chronische Schmerzen ausgebildet haben .

Er hat ein einzigartiges diagnostisches System entwickelt, das ihm eine exakte Lokalisierung des jeweiligen körperlichen (und seelischen!) Problemkreises ermöglicht.

Mithilfe ganz gezielter Trainingseinheiten, die ausschließlich die defizitären Muskelgruppen ansprechen und eingerostete falsche Bewegungsabläufe „umprogrammieren“, hilft er effektiv auch solchen Patienten, die bereits eine lange vergebliche Schmerz-Behandlungs-Karriere hinter sich haben und von Ärztekollegen als untherapierbar bezeichnet wurden.

Mit leuchtenden Augen erzählte er mir von seinen ältesten Patienten, einem 80jährigen, der nach dreißig Jahren wieder Skilaufen ging, einer 90jährigen, die nach langer Bewegungsunfähigkeit wieder ausgedehnte Spaziergänge machen kann, seit sie regelmäßig ihre Übungen in seiner  Praxis macht.

“Es ist nie zu spät zu lernen!“ sagte er begeistert. „Unser Körper und unser Geist sind viel flexibler, als wir ihnen zutrauen. Wir können uns bis zu unserem Lebensende ständig verändern, Strukturen umbauen, Muster austauschen. Nach 6 Wochen regelmäßiger Übung neuer, einfacher  Bewegunsgmuster ist bereits eine entscheidende Strukturänderung angelegt, die den weiteren Therapieerfolg bestimmt.“

Und dies sei völlig unabhängig vom Alter der Patienten, der Schwere ihrer Erkrankung und sogar vom Grad ihrer Sportlichkeit:

„ Letztlich geht es nur um die Motivation, sich auf die neue Erfahrung einzulassen.“                

Die Hirnforschung bestätigt uns das ja schon seit einigen Jahren und postuliert, ähnlich wie im Artikel, dass wir zum Beispiel auch im fortgeschrittenen Alter noch neue Sprachen erlernen oder in einer Therapie alte Programme löschen können.

Aber nun tatsächlich vor einem Mann zu stehen, der das täglich in seiner Praxis erlebt, und den diese Erlebnisse motivieren, beglücken, immer wieder aufs Neue anzünden permanent in dieser Richtung weiter zu forschen und seine Heilmethoden zu verfeinern- das machte für mich doch einen großen Unterschied!

Sein Enthusiasmus war so überzeugend , dass ich ihn zu überreden versuchte, er müsse das Ergebnis seiner Forschungen unbedingt in Fachkreisen veröffentlichen.   

Lächelnd fasste er seinen persönlichen Lernerfolg der letzten Jahre zusammen:

  „Ach wissen Sie, dafür müsste ich groß angelegte Versuchsreihen veranlassen, um meine Erfahrungen statistisch untermauern zu können, noch mehr als ich das schon betrieben habe. Die Zeit, die ich dafür wieder investieren müsste, die fehlt mir dann mit meiner Frau und meinem Sohn. Die verbringe ich lieber mit meiner Familie im Garten.“

© Doina Weber

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/psychologie/gesundepsyche/wissen-und-gesundheit-dieser-professor-macht-allen-fleissigen-mut_id_5527238.html

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